John Brinckman (1814 - 1870) rechnet zu den niederdeutschen
Klassikern. Sein literarisches Werk bezieht sich
sowohl auf den binnenmecklenburgischen Stoffkreis
als auch auf die maritime Tradition.
An
seiner Heimatuniversität Rostock begann er
1834 ein Jurastudium, geriet aber wie sein Landsmann
Fritz Reuter in den Verdacht burschenschaftlicher
Verschwörung gegen den spätfeudalen Staat,
der mit einem Spitzelsystem gegen republikanische
Freiheitsbestrebungen vorging. Brinckman entwich
deshalb für einige Jahre zu seinem Bruder nach
New York; die weltläufige Perspektive in seinen
Schriften erhielt dadurch Impulse.
"Kasper - Ohm un ick" sowie
"Peter Lurenz bi Abukir" spiegeln
das Milieu der Schifffahrt und ihre oft skurril
angelegten Typen mit hintergründigem Humor.
In "De Generalreeder" werden zudem
die religiöse Bindung des Menschen und dessen
immerwährende Anfechtung thematisiert. "Höger
up" ist die Fabel eines Findelkindes, das
durch eine Kette von Zufällen in den Adel aufrückt,
worin auch eine Kritik des Ständestaates durchscheint.
"Uns Herrgott up Reisen" bietet
die gemütvolle Betrachtung verworrener menschlicher
Verhältnisse. Die Gedichtsammlung "Vagel
Grip" zeigt die andere Seite schriftstellerischer
Kunst.
Im Gegensatz zu Fritz Reuter konnte Brinckman aus
den Einkünften als Schriftsteller nicht existieren.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er für die
kinderreiche Familie als Lehrer.
1990 wurde die John
Brinckman Gesellschaft gegründet; deren
Geschäftsstelle befindet sich in Güstrow,
wo Brinckman am längsten wirkte und beerdigt
ist. Das dortige Gymnasium trägt seinen Namen.
Prof. Dr. Hans-Joachim Gamm
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Ick heiß di an min Graffel hier
Hüt up, oll Vagel Grip!
Mit di, oll ihrlich Flagg! dor stür
Min Bok ick as sonn Schipp.
Is ´t ok keen groten Urlogsmann,
Un ok man ring sin Fracht ...
Een süht sick doch dat
Got eens an,
Finnt, wat een söcht grad, sacht.

John Brinckmans Namenszug

Gedenktafel, die an Brinckmans Wohnhaus in Rostock,
Burgwall 47 angebracht war.
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